Im Folgenden werden – in Ergänzung und Präzisierung der Regelinformationen vom 21.03.2013 und 23.04.2013 – Hinweise zur Anwendung einiger neuer Regeln gegeben. Sie sind im gesamten (nationalen und internationalen) Spielverkehr verbindlich.  

1. Spieler, der nicht im Spielberichtsbogen eingetragen ist 

  1. Wird während des Spiels festgestellt, dass im bisherigen Spielverlauf – eventuell auch nur zeitweise – ein Spieler (nicht der Libero) auf dem Feld mitgespielt hat, der nicht in der Mannschaftsliste des Spielberichtsbogens eingetragen ist, wird wie folgt verfahren:
    •  Alle bereits beendeten Sätze, in denen der Spieler – eventuell auch nur zeitweise – auf dem Feld war, werden neu gewertet: Die Mannschaft behält die Punkte, die sie zu dem Zeitpunkt hatte, zu dem der Spieler in dem betreffenden Satz erstmals auf dem Feld stand; der Gegner erhält 25 Punkte (bzw. entsprechend mehr, um den Satz mit 2 Punkten Unterschied gewonnen zu haben).
    •  Die Ergebnisse aller bereits beendeten Sätze, in denen der Spieler nicht auf dem Feld war, bleiben unverändert.
    •  Falls das Ergebnis dieses Maßnahmen ist, dass der Gegner (mindestens) 3 Sätze gewonnen hat, so ist das Spiel mit den sich durch die Korrektur ergebenden Satzergebnissen (bei 4 gewonnenen Sätzen unter Berücksichtigung nur der ersten 3) beendet. Andernfalls erhält der Gegner im laufenden Satz 1 Punkt und das Aufschlagrecht. War der Spieler auch in diesem Satz auf dem Feld, so werden der Mannschaft außerdem alle Punkte abgezogen, die sie seit dem Zeitpunkt erzielt hat, zu dem das erstmals der Fall war (und gegebenenfalls muss das Aufstellungsblatt für diesen Satz korrigiert werden). Befindet sich der Spieler auch zum Zeitpunkt dieser Korrekturen auf dem Feld, muss er normal ausgewechselt werden. Das Spiel wird mit dem sich gemäß allen Korrekturen insgesamt ergebenden Punktestand fortgesetzt.
  2. Der Fall, dass es sich bei dem nicht eingetragenen Spieler um einen Libero handelt, ist im Regelwerk nicht explizit beschrieben. Der Schiedsrichter hat hier „freie Hand“, soll den Fall aber analog behandeln. Da oft nicht exakt feststellbar sein dürfte, wann ein Libero in einem Satz erstmals auf dem Feld war, der Libero (falls mit 2 Liberos gespielt wird, mindestens einer davon) allerdings typischerweise „von Anfang an“ eingesetzt wird, können der Mannschaft bei der unter a) beschriebenen Ergebniskorrektur gegebenenfalls auch alle in einem Satz erzielten Punkte abgezogen werden. (Zur Beachtung: Ist der Libero in einer Liberozeile eingetragen und fehlt lediglich in der Mannschaftsliste, so sind keinerlei Maßnahmen zu ergreifen. Der Sachverhalt sollte allerdings nach Spielende im Spielberichtsbogen vermerkt werden.)
  3. Wird erst nach Spielende (vor dem Abschluss des Spielberichtsbogens) festgestellt, dass ein Spieler auf dem Feld steht, der nicht in der Mannschaftsliste des Spielberichtsbogens eingetragen ist, so wird das Spiel (vom Schiedsrichter!) mit 3:0 (25:0, 25:0, 25:0) für den Gegner gewertet.
  4. Unabhängig von den unter a) – c) beschriebenen Maßnahmen gilt: Ein Antrag auf Einwechslung eines nicht eingetragenen Spielers bzw. der „Hinein“-Tausch eines nicht eingetragenen Liberos wird zurückgewiesen/korrigiert und mit einer Sanktion wegen Verzögerung geahndet.

2. Libero, der nicht in einer Liberozeile eingetragen ist.

Wird während des Spiels festgestellt, dass ein Spieler als Libero agiert, der zwar in der Mannschaftsliste, nicht aber in einer der Liberozeilen des Spielberichtsbogens eingetragen ist, wird das Spiel ohne irgendwelche Maßnahmen fortgesetzt. Der Spieler bleibt Libero und kann auch weiterhin als solcher eingesetzt werden. Der Sachverhalt wird nach Spielende im

Spielberichtsbogen vermerkt. Letzteres ist auch die einzige Maßnahme, wenn der Sachverhalt erst nach Spielende bemerkt wird. 

3. Libero-Neubenennung 

  1. Spielt eine Mannschaft mit 2 Liberos und nimmt eine Libero-Neubenennung (gemäß den Regeln 19.4.2.1, 19.4.3, 19.5) vor, so dürfen anschließend beide bisherigen Liberos nicht mehr am Rest des Spiels teilnehmen, außer im Fall, dass der „erste Libero-Ausfall“ dadurch verursacht ist, dass ein Libero hinausgestellt wurde: Wenn der zweite Libero nach dieser Hinausstellung im selben Satz spielunfähig wird oder für spielunfähig erklärt wird und (ebenfalls im selben Satz) ein Libero neu benannt wird, darf der hinausgestellte Libero ab dem nächsten Satz wieder eingesetzt werden. Der neu benannte Libero behält diese Funktion.
  2. Nur der Trainer (in seiner Abwesenheit: der Spielkapitän) ist befugt, einen Libero für spielunfähig zu erklären. Derartige Erklärungen von anderen Mannschaftsmitgliedern sind zu „ignorieren“ (und gegebenenfalls mit einer Sanktion wegen Verzögerung zu belegen). Die Erklärung des Trainers darf (außer in Ausnahmefällen, etwa bei Verletzungen) nur nach abgeschlossenen Spielzügen abgegeben werden.

4. Verwarnungen und Sanktionen 

  1. Verwarnungen können verbal oder durch Zeigen der GELBEN KARTE ausgedrückt werden. Eine GELBE KARTE kann auch ohne vorherige verbale Verwarnung gezeigt werden. Verbale Verwarnungen können mehrfach ausgesprochen werden. Eine „letzte Verwarnung“ (mit der Bedeutung: „das nächste geringfügige Fehlverhalten wird mit einer Sanktion geahndet“) kann nur durch das Zeigen der GELBEN KARTE ausgesprochen werden und gilt damit für die gesamte Mannschaft. Eine Mannschaft kann demgemäß im gesamten Spiel höchstens eine GELBE KARTE erhalten.
  2. Hat ein Mannschaftsmitglied eine ROTE KARTE erhalten, ohne dass die Mannschaft vorher eine GELBE KARTE erhalten hat, kann dieses Mannschaftsmitglied im weiteren Spielverlauf nicht mehr (verbal oder durch GELBE KARTE) verwarnt werden, es muss bei weiteren (auch geringfügigen) Fehlverhalten weiter mit Sanktionen belegt werden. Andere Mannschaftsmitglieder können (bei geringfügigem Fehlverhalten) auch noch verbal oder durch Zeigen der GELBEN KARTE verwarnt werden.
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